Sportdate vom 13.12.2021

13.12.2021

Aglaë Strachwitz trifft Marcel Hug

Marcel Hug

Der Thurgauer Rollstuhlsportler Marcel Hug gewann an den Paralympics in Tokio viermal Gold. Mit dem Gewinn des New York City Marathons, dem Gesamtsieg der Major-Marathon-Wertung Anfang November hat der Erfolg nicht nachgelassen, im Gegenteil: Marcel Hug ist der beste Rollstuhlsportler in diesem Jahr, und zwar weltweit. Dem nicht genug: beim Marathon in Oita bricht er den 22 Jahre alten Weltrekord von Landsmann Heinz Frei! Marcel Hug gewann in diesem Jahr so ziemlich alles, was man gewinnen kann. Der Ostschweizer Rollstuhl-Sportler befindet sich auf dem Höhepunkt seiner einzigartigen Karriere. Marcel Hug gehört zu den bekanntesten Gesichtern des paralympischen Sports. Sein Spitzname «Swiss Silver Bullet» ist mittlerweile auch ausserhalb der paralympischen Szene ein Begriff.

Geboren 1986 in Pfyn im Kanton Thurgau, kam er mit offenem Rücken (Spina Bifida) zur Welt und ist deshalb auf den Rollstuhl angewiesen. Von klein auf aktiv, besuchte er eine polysportive Rollstuhlgruppe in der Nähe. Als die Leiterin einen älteren Rennrollstuhl ins Training mitbrachte, liess sich Marcel nicht zweimal bitten und probierte das neue Sportgerät aus. Sofort fand er Freude an der Leichtathletik und nahm noch im selben Jahr, im Alter von zehn Jahren, an seinem ersten Schülerrennen teil. Dort traf er auch Paul Odermatt, einen Trainer aus der Region Nottwil. Paul ist bis heute Marcels Trainer.

Nach der Lehre arbeitete der Leichtathlet noch ein Jahr bei einem Sponsor als Kaufmann und verwirklichte dann seinen Traum, Profisportler zu werden. Für einen paralympischen Athleten ein grosser Schritt. Unterstützt wurde er dabei sowohl von privaten Sponsoren wie auch von seinem Verband. Zudem kann man als Rollstuhlleichtathlet mit guten Rangierungen an den grossen Städtemarathons auch Preisgeld gewinnen. Seit 2016 gibt es auch eine Gesamtwertung dieser Marathons, den World Marathon Majors, welche ebenfalls gut dotiert ist. An den Paralympics 2012 startete Marcel Hug erstmals als Profi. 

An der Rollstuhlleichtathletik gefällt dem Modellathleten vieles. Das Umsetzen der technischen Aspekte, also die Kraft auf die Räder zu bringen und in Vortrieb zu verwandeln, ist für Hug eine spannende Herausforderung. Auch die taktischen Elemente bei längeren Rennen auf der Bahn oder bei Strassenrennen wie das Windschattenfahren und sich im Feld zu positionieren gefallen ihm. Zusammen mit Trainer Paul Odermatt ist er auch stets am Tüfteln, wie er seinen Rennrollstuhl noch weiter optimieren kann.

Neben dem eigenen Training ist es für Hug auch wichtig, sein Wissen an die kommende Generation von Rollstuhlsportler/innen weiter zu geben. So hat er das «Swiss Silver Bullet» Trainingslager ins Leben gerufen. Jeweils im Sommer trainieren rund 35 junge Talente während einer Woche in Nottwil, angeleitet durch Hug und Paul Odermatt. Das Lager wird aber auch von etablierten Athleten besucht. So hat auch Marcel Hug Sparringpartner und man kann gegenseitig voneinander profitieren. In einer normalen Woche trainiert Hug rund zwei Mal täglich an sechs Tagen. Neben den Trainings im Rennrollstuhl gehört auch das Krafttraining zu seinem wöchentlichen Programm, wie auch das Mentaltraining und regenerative Massnahmen.

Aglaë Strachwitz

Aglaë Strachwitz ist seit 1. August 2020 Chefin von McDonald's Schweiz und verantwortlich für 169 McDonald's-Restaurants. Sie startete ihre Laufbahn bei McDonald's vor 14 Jahren in Österreich. 2017 wurde sie zur Food & Marketing Managerin von McDonald's Schweiz ernannt, zuvor war sie Kommunikationschefin. 

Strachwitz ist in Niederösterreich, südlich von Wien, aufgewachsen. Die Tochter eines Tschechen und einer Österreicherin hat viel Zeit auf dem Rücken von Pferden verbracht. Ihr Vater, 1968 aus Tschechien geflohen, war Mitglied des tschechischen Springerteams. Er trainierte seine Tochter, die bis zu ihrem 18. Lebensjahr professionell Military ritt. Die Disziplin umfasst Dressur, Crosscountry und Springen und gilt als sehr anspruchsvoll. Noch heute reitet Strachwitz regelmässig. Nun möchte sie McDonald's Schweiz zu neuen Höchstleistungen antreiben.

Nach dem Gymnasium studiert Strachwitz Wirtschaft im schottischen St. Andrews, der Universität an der auch die Mitglieder des britischen Königshauses an. Sie ist im dritten Jahr, als Prinz William sein Studium aufnimmt. Zurück in Österreich absolviert sie diverse Praktika. 2002 arbeitet sie während den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City im Haus Österreich. Sie ist dabei als die Österreicher das Abfahrtsgold von Fritz Strobl feiern, und auch als Simon Ammann seine legendären zwei Goldmedaillen bejubelt.

Für McDonalds Schweiz hat sie klare Zielvorstellungen. Pro Jahr sollen zwei bis vier neue Standorte eröffnet werden. Strachwitz glaubt trotz Corona an die Restaurants. «Die Schweizerinnen und Schweizer gehen gerne ins Restaurant essen.» Nichtsdestotrotz soll auch der Lieferservice McDelivery ausgebaut werden. «Der Schlüssel liegt in der Kombination.»

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